Hin und Her

Der Wecker läutet, der Kaffee kocht.
Ein kurzer Klick und ich bin online.
Der Tag verstreicht vor dem PC.
Ich denk mir alle fünf Minuten „Oh Nein“.

Ich will nicht mehr, will raus ins Freie,
kann kaum atmen, fühl mich schwer.
Mal heißt es „geht schon“, dann wieder „Lockdown“.
Immer geht es nur Hin und Her.

Keiner weiß, was wirklich los ist.
Alle denken, was sie wollen.
Mehr Infektionen, weniger Freiheit.
Niemand tut, was sie doch sollen.

Die Maske trägt man, wie man will.
Mehr Accessoire als Schutzmodul.
Ob unter, über oder neben,
Hauptsache Selfie – supercool.

Die Ignoranz vor anderen wächst,
ein Stückchen mehr, mit jedem Tag.
Warum sich einschränken? Warum drauf achten?
Wenn man auch machen kann, was man mag?

Warum sollte man noch Rücksicht nehmen?
Tut doch sonst auch keiner mehr…
Der abstruse nette Umgang
Wird erneut auf einmal schwer.

Wien ist doch bekannt für all das.
Möglichst grantig muss es sein.
Keine Grenzen, keine Regeln,
kaum ein Wiener bleibt daheim.

Viel geschafft im ersten Anlauf.
Eine Welle untertaucht,
doch die Zahlen steigen wieder.
Aus dem Schornstein fliegt der Rauch.

Weit hinaus in kalte Höhen,
nichts ist so, wie es mal war.
Nichts ist so wie wir es kannten,
dauert noch gut fünfzig Jahr…

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